1. Ist es sicher, dass die Katze das Haus verlassen hat oder könnte sie noch im Haus oder Garten sein?


Gegebenenfalls an allen möglichen und auch unmöglichen Stellen im Haus (auch Keller) und Garten suchen. Katzen machen sich oft nicht bemerkbar. Bei Kitten kommt erschwerend hinzu, dass sie so klein sind und in die winzigsten Ecken passen. Deshalb ist gründliches Suchen wirklich wichtig. Nachstehend ein paar Fundorte (aus eigenem Erleben oder Erfahrungen von anderen Katzenbesitzern): 


  • im Wäschekorb
  • in der Handtasche / Einkaufstasche
  • im oder auf dem Bücherregal
  • unter oder im Bett (unter der Bettdecke)
  • hinter dem Vorhang
  • in der Waschmaschine / im Trockner
  • unter der Couch / in der Couch (untere Bespannung war defekt)
  • im Blumenkasten 
  • unter der Küchenzeile 
  • hinter dem (frei stehenden) Kühlschrank

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2. Das ZUHAUSE riechbar machen


Katzen haben einen sehr ausgeprägten Geruchssinn. Das sollte man nutzen, indem man das Katzenklo und Futter vor das Haus stellt. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Katze normalerweise das Haus nicht verlässt und das erste Mal draußen ist. Vielleicht findet sie ihr Zuhause nicht mehr. Wer im Besitz einer Überwachungskamera ist, kann diese nutzen, um sich per Benachrichtigungston über Bewegungen informieren zu lassen.


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3. Suchmeldung vorbereiten


  • Name
  • Rasse
  • Geschlecht
  • kastriert / nicht kastriert
  • Geburtsdatum
  • Farbe
  • besondere Kennzeichen
  • Transponder / Chip
  • Tätowierung
  • EU-Ausweisnummer (falls vorhanden)
  • aussagekräftige Fotos
  • genaues Verlustdatum

 


4. Wichtige Einrichtungen informieren


Wenn die Katze eine Tätowierung hat oder ein Transponder (einen sogenannten Chip) implantiert wurde UND registriert ist, kann das Tier direkt vermisst gemeldet werden.


TASSO: Link zur Verlustmeldung oder per Telefon: 0 61 90 / 93 73 00 oder über die Tipp-Tapp-App



FINDEFIX: Link zur Verlustmeldung oder per Telefon: 02 28 / 6 04 96 35 oder über die Mein-Haustier-App.



Egal ob die Katze gekennzeichnet ist oder nicht, sollte man das verschwundene Tier registrieren. Anschließend kann dann die Vermisstenmeldung vorgenommen werden.


TASSO: Link zur Registrierungsseite

FINDEFIX: Link zur Registrierungsseite


Weitere Stellen die informiert werden sollten: umliegende Tierheime umliegende Tierärzte/Tierkliniken Polizei (normale Festnetznummer, NICHT 110) Fundbüro Bauhof und Straßenmeisterei (falls die Katze tot aufgefunden wird)

 


5. SUCHEN – SUCHEN – SUCHEN


Reagiert die Katze auf ein bestimmtes Geräusch? Etwa auf das Rascheln der Leckerli-Tüte oder kann man sie mit einem Glöckchen oder einer Rassel locken? Prima. Dann ist das die beste Begleitung bei den Suchgängen. Ideale Suchzeiten sind am Abend oder am frühen Morgen, wenn es in den Straßen dunkel und ruhig ist. Auf jeden Fall eine Taschenlampe mitnehmen, weil die Augen der Katze reflektieren und man sie deshalb besser sieht.


Auch ein Transportkorb sollte mitgenommen werden. Wir wissen alle, dass Katzen manchmal verrückte Ideen haben. Und wir wollen ja nicht, dass sie auf dem Weg nach Hause wieder vom Arm springt und die Suche von vorne beginnt.


Gezielt einzelne Straßen abgehen und dabei leise, mit ruhiger Stimme rufen und/oder die Leckerli-Tüte, das Glöckchen oder die Rassel zum Einsatz bringen. Während der ganzen Zeit genau hinhören, ob eine Reaktion erfolgt. Die Katze wird oder kann unter Umständen nicht gleich angelaufen kommen, aber sich möglicherweise mit Miauen bemerkbar machen.


Gesucht werden muss einfach ÜBERALL. Nachstehend einige Möglichkeiten:


  • unter Hecken und Sträuchern
  • in Bäumen auf Dächern
  • in verlassenen Gebäuden
  • in freiliegenden Rohren
  • in Erdlöchern
  • in Baustellengruben


Leider muss man auch damit rechnen, dass der Katze etwas zugestoßen ist. Deshalb sollte auch hier geschaut werden:


  • in Regentonnen
  • in Bächen
  • in Teichen 


Auch wenn die erste Suchrunde nicht erfolgreich war, kann es am nächsten Morgen oder am Abend von Erfolg gekrönt sein. NICHT AUFGEBEN und immer wieder die Strecken abgehen.



6. Soziale Medien und Ebay-Kleinanzeigen nutzen


In fast jeder Stadt oder Gemeinde gibt es Facebook-Gruppen und in ganz vielen Regionen Gruppen, die sich auf die Verbreitung von Tier-Suchmeldungen spezialisiert haben. Auch diese Möglichkeiten sollten zur Suche genutzt werden.


In Ebay-Kleinanzeigen eine kostenlose Vermisstenmeldung in der Rubrik: „Haustiere / vermisste Tiere“ aufgeben. In dieser Rubrik werden auch Tiere angezeigt, die gefunden wurden. Deshalb auch danach schauen. Vielleicht wurde sie schon gefunden.


 

7. Suchplakate verteilen


Bei TASSO und FINDEFIX kann man Suchplakate erstellen und ausdrucken. Diese in Geschäften, Tankstellen, Tierarztpraxen usw. aushängen lassen. 


Hinweis: Plakate dürfen in der Regel NICHT an Straßenlaternen, Stromverteilerkästen o.ä. angebracht werden. Bitte bei der Stadt- oder Gemeindeverwaltung erkundigen, wo das Plakatieren verboten ist.



8. Menschen, die im Umfeld unterwegs sind, ansprechen


Eine gute Möglichkeit Hilfe zu erhalten sind auch: 


  • Hundebesitzer auf ihren täglichen Hunderunden
  • Eltern die ihre Kinder in den Kindergarten oder zur Schule bringen
  • Spaziergänger.
  • Zeitungsausträger
  • Brötchenlieferanten
  • Postboten
  • Paketfahrer 


Auch diesen Menschen ein Suchplakat mitgeben, damit sie zum einen die Katze erkennen und zum anderen auch die Kontaktdaten haben. (Wenn Sie diese Personen etwas persönlicher ansprechen möchten, können Sie dieses Muster nutzen.)



 

Bisher kein Erfolg? Dann folgt der nächste Schritt.



9. Die Heimwärtsschleppe / Heimwegschleppe. 


Vorbereitung:

  1. Ein getragenes Kleidungsstück des Lieblingsmenschen, der gesuchten Katze, in eine luftdichte Plastiktüte verpacken. Außerdem ein Seil bereit legen.
  2. Eine Karte des Wohnortes zur Hand nehmen und das eigene Zuhause als Mittelpunkt markieren.
  3. Auf der Karte möglichst viele Wegstrecken (ca. 1,5 – 2,0 km), in verschiedene Richtungen vom Zuhause weg, festlegen. Die Strecken dürfen sich nicht überschneiden. 


Durchführung:


  1. Entweder mit dem Fahrrad selbst fahren oder sich von jemand mit dem Auto zum ersten Endpunkt einer festgelegten Strecke bringen lassen.
  2. Am Endpunkt das Kleidungsstück aus der Tüte holen und am Seil befestigen.
  3. Zu Fuß, das Seil mit dem Kleidungsstück auf der Straße hinter sich herziehend, die vorher festgelegte Strecke nach Hause gehen. 
  4. Auf diese Art alle Strecken abgehen.

 


10. Die Katze wurde gesichtet, aber noch nicht gefunden?


Dann besteht die Möglichkeit die Katze mit einer Lebendfalle zu sichern.


In dem Fall bitte mit einer kompetenten, seriösen Stelle in Verbindung setzen. Ein guter Ansprechpartner ist das zuständige Tierheim.



11. Die Katze ist (hoffentlich) wieder Zuhause


Je nachdem wie lange die Katze weg war und was ihr in dieser Zeit widerfahren ist, sind gesundheitliche Probleme möglich. Ein Besuch beim Tierarzt ist möglicherweise sinnvoll.



 

Noch zwei Hinweise zum Schluss:


Es kommt immer wieder vor, dass sich Tiersicherungen unaufgefordert an Menschen wenden, die ihr Tier suchen. Tiersicherung an sich ist eine gute Sache. Leider gibt es aber auch „Schwarze Schafe“. Deshalb „AUGEN AUF“ und auch zu dem Thema erst mit dem Tierheim in Verbindung setzen. Dieses kennt sicher eine vertrauenswürdige Tiersicherung.

Wenn man Anzeigen aufgibt oder Suchplakate mit der Telefonnummer veröffentlicht, muss man damit rechnen, dass Menschen anrufen und vorgeben das Tier zu haben. Es würde aber erst dem Besitzer ausgehändigt, wenn ein Finderlohn gezahlt oder angeblich entstandene Kosten ersetzt werden. Die Wahrscheinlichkeit, dass man sein Tier tatsächlich erhält geht gegen „0“. Hier schützt der Anruf bei der Polizei vor einer Enttäuschung.



​Die Anleitung kann hier als PDF heruntergeladen werden.